
Die Stadt Schwäbisch Gmünd litt in ihrer langen Geschichte immer wieder unter Wassernot. Jahrhundertelang schöpften die Bürgerinnen und Bürger der Stadt ihr Wasser aus Brunnen und den Wasserläufen, insbesondere aus dem Flüsschen Rems, aus dem Waldstetter Bach und aus dem Bettringer Bach. Ab dem 16. Jahrhundert wurden dann Quellen gefasst. Das außerhalb der Stadttore gefasste Quellwasser wurde mittels hölzerner Wasserleitungen, den sogenannten Teucheln, in die Stadt geleitet, um damit die Brunnen zu speisen. Im Jahr 1885 wurde erstmals nach Grundwasser gebohrt – leider ohne Erfolg. Zur langfristigen Behebung des Wassermangels schloss sich die Stadt Schwäbisch Gmünd im Jahr 1913 als Gründungsmitglied der Landeswasserversorgung an. Mit der Fertigstellung der ersten LW-Hauptleitung im Jahr 1917 erhielten die Gmünder Teilorte Großdeinbach und Straßdorf erstmals auch Trinkwasser aus dem Donauried. Da der Wasserbedarf infolge des Bevölkerungszuwachses und der Industrialisierung immer weiter anstieg, gab es im Jahr 1939 erneut einen Wassermangel.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges verschärfte sich die Lage als Folge der vielen in die Stadt gekommenen Heimatvertriebenen weiter. Dazu stellte der damalige Oberbürgermeister Czisch im April 1947 in einer Gemeinderatssitzung fest:
„Die augenblickliche Anlage reicht höchstens für 20.000 Einwohner, aber jetzt sind 37.000 zu versorgen.“ Dramatisch wurde die Situation, als am 30. Mai 1947 das Wasser rationiert werden musste. In einer amtlichen Mitteilung der Stadt hieß es dazu:
„Infolge der anhaltenden Trockenheit werden hiermit zur Sicherstellung der öffentlichen Wasserversorgung die Hausbesitzer und Hausverwalter verpflichtet, ab sofort die Hauptwasserversorgung durch Schließen der Hauptabstellhahnen täglich von 7.00 bis 11.00 Uhr und von 13.00 bis 20.00 Uhr zu sperren. Zuwiderhandlungen werden strengstens bestraft.“
In den nachfolgenden Jahren wuchs das Versorgungsgebiet der Stadtwerke stetig. Als im Jahr 1980 im Grundwasser des Wasserwerks „Unterm Buch" Chlorkohlenwasserstoffe festgestellt wurden, musste dieser Teil der ortsnahen Wassergewinnung eingestellt werden. Derzeit erhält Schwäbisch Gmünd rund 80 Prozent seines Trinkwassers von der Landeswasserversorgung. Zum überwiegenden Teil ist es Grundwasser aus dem Donauried und aus dem Egauwasserwerk; zu einem kleineren Teil ist es das Flusswasser der Donau, das im Wasserwerk Langenau in einem mehrstufigen Verfahren zu Trinkwasser aufbereitet wird. Rund 10 Prozent des Bedarfs stammen aus eigenen Quell- und Grundwasservorkommen, etwa 9 Prozent deckt die Mutlanger Versorgungsgruppe, nur ein kleiner Teil kommt von der Energieversorgung Filstal und von der Wasserversorgungsgruppe Rehgebirge.





Die Stadtwerke Schwäbisch Gmünd versorgen heute rund 58.000 Menschen mit Trinkwasser. Dazu gibt es 15 Wasserbehälter und zwei Wassertürme.