
Nach dem zweiten Weltkrieg herrschte in vielen Gemeinden Baden-Württembergs Wassernot. Ursache dafür waren der rasant ansteigende Wasserbedarf wegen der vielen Flüchtlinge und Heimatvertriebenen, die ab 1945 in den Südwesten kamen, das Anfang der 1950er Jahre einsetzende Wirtschaftswachstum in Deutschland mit dem daraus resultierenden Anstieg des Wasserbedarfs von Gewerbe und Industrie und die regenarmen Jahre 1947 und 1949. Mancherorts fiel die zentrale Wasserversorgung deswegen aus, so dass das Trinkwasser mit Wasserwagen angefahren werden musste. Schnell wurde klar, dass vielerorts die gemeindeeigenen Wasservorkommen nicht ausreichen würden, um auch zukünftig den Wasserbedarf sicher decken zu können. Auch die Landeswasserversorgung, die bereits seit 1917 einen großen Teil des Trinkwassers in die Region Stuttgart lieferte, konnte das benötigte Nass alleine nicht mehr liefern. Um die Trinkwasserversorgung langfristig auf eine sichere Grundlage zu stellen, wurde daher der Beschluss gefasst, den Bodensee als Trinkwasserspeicher zu nutzen. Dafür wurde am 25. Oktober 1954 die Bodensee-Wasserversorgung als kommunaler Zweckverband, also getragen von den versorgten Gemeinden, gegründet.
Die Finanzierung der Förder- und Aufbereitungsanlagen und des Verteilnetzes stellte eine Herausforderung dar; rund 215 Millionen Mark mussten aufgebracht werden, um dieses gewaltige Projekt zu stemmen.
Nach einer kurzen Planungszeit und einer Bauzeit von lediglich zweieinhalb Jahren konnten die Förder- und Aufbereitungsanlagen am See und die bis nach Bietigheim führende erste Hauptleitung im Jahr 1958 in Betrieb genommen werden. Nur 13 Jahre später folgten die Verlegung der dritten Seeentnahmeleitung, der Ausbau des Seepumpwerks und der Aufbereitungsanlage und die Verlegung der zweiten Hauptleitung mit dem Albstollen bei Mössingen. Im Jahr 1981 vergrößerte sich dann das Versorgungsgebiet der BWV durch die Fusion mit der Fernwasserversorgung Rheintal, es erweiterte sich auf die Region zwischen Heilbronn und Bad Mergentheim. Entsprechend der wachsenden Bevölkerung wurde auch die durch ein Wasserrecht erlaubte Entnahmemenge aus dem Bodensee erhöht; waren es im Jahr 1958 noch 190 000 Kubikmeter je Tag, so stieg dieser Wert im Jahr 1965 bereits auf 270 000 Kubikmeter, heute dürfen täglich bis zu 670 000 Kubikmeter Wasser dem Bodensee entnommen werden.

Die Zahl der Verbandsmitglieder hat sich von ursprünglich 13 Gründungsgemeinden auf heute 181 Städte, Gemeinden und kommunale Wasserversorgungsverbände mit rund vier Millionen Einwohnern erhöht. Annähernd jeder dritte Einwohner Baden-Württembergs erhält heute sein Trinkwasser aus dem Bodensee. Zu den Gründungsmitgliedern gehören Albstadt mit den Teilorten Tailfingen und Ebingen, Böblingen, Hechingen, Kornwestheim, Leonberg, Reutlingen, Rottweil, Sindelfingen, Stuttgart, Tübingen und Villingen-Schwenningen. Weitergehende Informationen zur Bodensee-Wasserversorgung finden Sie auf der Homepage des Unternehmens unter www.zvbwv.de.





Seit 60 Jahren sorgen qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dafür, dass das Trinkwasser aus dem Bodensee den BWV-Verbandsmitgliedern zu jeder Zeit und in bester Qualität zur Verfügung steht.