
Die rasante wirtschaftliche Entwicklung und das damit einhergehende Bevölkerungswachstum Stuttgarts um das Jahr 1900 hatten zur Folge, dass der Wasserbedarf der Residenzhauptstadt nicht mehr allein aus den ortsnahen Vorkommen gedeckt werden konnte. Ähnlich erging es den Städten Esslingen, Feuerbach, Zuffenhausen und Ludwigsburg und anderen Gemeinden in den Oberämtern Aalen, Gmünd, Göppingen, Heidenheim, Ludwigsburg, Schorndorf und Waiblingen. Bereits im April 1909 legte die Stadtverwaltung Stuttgart eine umfangreiche Denkschrift zur Wasserversorgung vor. In Fachkreisen wurde überlegt, das Trinkwasser aus dem nördlichen Schwarzwald oder gar vom Bodensee her zu beziehen. Rasch rückte jedoch ein anderer Vorschlag in den Vordergrund; das Wasser sollte im „Donau-Brenz-Delta.“ bei Langenau gewonnen und durch das Brenz- und Remstal in das Neckargebiet geleitet werden.
Aufgrund der Größe des Projektes musste der Staat einspringen. Er koordinierte die Gemeinschaftsaufgabe der betroffenen Städte und Gemeinden. In der Gründungsurkunde der Landeswasserversorgung heißt es dazu: „Der Staat tritt bei dem Unternehmen nur vermittelnd und vorübergehend als Träger desselben nur insolange ein, als nicht die an der Wasserversorgung beteiligten Gemeinden die Anlage und deren Betrieb übernehmen.“


Für den Bau der erforderlichen Anlagen wurden 14,5 Millionen Mark bereitgestellt. Neben den Städten Stuttgart, Esslingen, Ellwangen und Schwäbisch Gmünd hatte die Landeswasserversorgung weitere 31 Gründungsmitglieder.
Der Bau der Anlagen sollte lediglich drei Jahren dauern. Bereits Ende 1912 waren die ersten Brunnen bei Niederstotzingen gebohrt und die ersten Rohre der Fernleitung bei Fellbach verlegt. Bis zum Ausbruch des ersten Weltkrieges am 1. August 1914 verliefen die Arbeiten nach Plan. Der Mangel an Arbeitskräften und Schwierigkeiten bei der Materialbeschaffung führten während der Kriegsjahre jedoch dazu, dass sich die Arbeiten verzögerten. Als erstes Mitglied erhielt die Rombachgruppe bei Aalen am 3. August 1916 Trinkwasser aus dem Donauried. Offizieller Betriebsbeginn war ein Jahr später am 1. Juli 1917. Für die Region und deren weitere Entwicklung war damit die elementare Lebensgrundlage, eine sichere Wasserversorgung, gelegt.
