Langenau, 12.05.2026. Wie könnten Moornutzung und Moorschutz im Donauried perspektivisch aussehen? Mit dieser Frage befassten sich die Vertreterinnen und Vertreter der Landwirtschaft, des Naturschutzes und der Wasserwirtschaft bei der zweiten Beiratssitzung im Wasserwerk Langenau am 21. April 2026. Als möglichen Zielzustand für das württembergische Donauried schlug Prof. Dr. Frieder Haakh, technischer Geschäftsführer der Landeswasserversorgung, vor: Moorschutz und Trinkwassergewinnung sind im Einklang, Moorflächen werden nachhaltig genutzt und es bestehen gesicherte Erträge für die Landwirtschaft. Grundlage für das Gelingen sei eine breite Akzeptanz bei allen Stakeholdern und diese hänge maßgeblich davon ab, ob es den Partnern gelingt, die Moornutzung nach der Pilotphase in dauerhafte Strukturen zu überführen.
Erste Ideen werden auf Machbarkeit und Fördermöglichkeit geprüft
Mit Fragebögen und in persönlichen Gesprächen hatte die Koordinationsstelle Moornutzung und Moorschutz die Stakeholder aus Landwirtschaft, Naturschutz, Wasserwirtschaft sowie der Gemeinden im März 2026 befragt. Beatrice Weiss stellte die Auswertung vor, aus denen sich einige Projektideen ergaben: zum Beispiel die Erweiterung der Beweidung mit Wasserbüffeln, die Anwendung von neuen Ansaatmischungen für nässere Bodenverhältnisse auf Milchviehweiden und der Anbau von Paludikulturen, deren Biomassen zu Aktivkohle oder Dämmmaterial verarbeitet werden können. Das vorgestellte aktualisierte Grundwassermodell soll dabei helfen, künftige Pilotflächen für diese Projektideen zu identifizieren. Wie sich bereits wenige Maßnahmen auf die Wasserstände im Torfkörper auswirken, kann das Modell aufzeigen.
Die Koordinationsstelle Moornutzung und Moorschutz ist durch die Beiratsmitglieder beauftragt, diese Ideen auf Machbarkeit zu prüfen und passende Fördermöglichkeiten sowie Projektpartner zu ermitteln. Zudem ist eine Exkursion ins bayerische Donauried vorgesehen, um Erfahrungswerte der dortigen Moorbewirtschafter einzuholen. Die landwirtschaftlichen Vertreter merkten an, dass die Ziele der konventionellen Milchwirtschaft nicht durch mögliche Wiedervernässungen gefährdet sein dürfen. Bis zur nächsten Sitzung am 22.Oktober gibt es also viel zu tun.
Weitere Informationen zum Beirat zur Moornutzung und zum Moorschutz im württembergischen Donauried
Landwirtschaft, Naturschutz, Wasserwirtschaft und die Gemeindevertretungen wollen im württembergischen Donauried zusammenarbeiten. Ziel des Beirats ist es, Strategien zu entwickeln, um die wertvollen Moorflächen der Region zu erhalten und zugleich eine nachhaltige Nutzung für die Landwirtschaft zu ermöglichen. Als Ansprechpartnerin für alle Akteure im Donauried fungiert die Koordinationsstelle Moornutzung und Moorschutz in Person von Beatrice Weiss.