Unerwünschte Stoffe

Unerwünschte Stoffe in den Wasservorkommen

Bitte helfen Sie mit, unser Trinkwasser zu schützen! Jeder von uns kann seinen Beitrag leisten, damit Trinkwasser bester Qualität uns und auch künftigen Generationen in ausreichender Menge zur Verfügung steht.

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Ihr Ansprechpartner

Rainer Scheck
Wasserwirtschaft
Telefon 0711 2175-1311
E-Mail scheck.r@remove-this.lw-online.de

Nitrat

Sorge bereitet der Landeswasserversorgung die im Wasserschutzgebiet „Donauried-Hürbe“ anhaltend hohen bzw. weiter ansteigenden Nitratwerte im Grundwasser. Wesentlicher Grund dafür ist die intensive landwirtschaftliche Nutzung der Flächen mit ihrem hohen Einsatz an Düngemitteln. Eine der negativen Folgen ist, dass der im Boden versickernde Niederschlag einen Teil des Nitrats in tiefere Bodenschichten verlagert und in das Grundwasser auswäscht.

Die LW ist zu diesem Thema bereits seit mehr als 30 Jahren in einem intensiven Dialog mit der Landwirtschaft. Im Frühjahr 2015 wurde eine Vereinbarung zwischen dem Land Baden-Württemberg und der Landeswasserversorgung geschlossen. Sie sieht Maßnahmen vor, um den Stickstoffüberschuss auf den landwirtschaftlichen Flächen im LW-Wasserschutzgebiet spürbar zu reduzieren. In 15 Jahren soll so die Nitratkonzentration der Fassungen 1, 3, 5 und 6 auf 30 Milligramm je Liter abgesenkt werden.

Die Landwirtschaft ist im LW-Wasserschutzgebiet „Donauried-Hürbe“ für rund 85 Prozent des Nitrateintrages in das Grundwasser verantwortlich.

Organische Spurenstoffe

Medikamente, Pflanzenschutz- und Lösungsmittel – geringste Spuren dieser Stoffe und ihrer Abbauprodukte finden sich in vielen Wasservorkommen. Dank der Methoden und Verfahren der modernen Spurenstoffanalytik können heute bereits geringste Konzentrationen dieser Substanzen im Molekülbereich nachgewiesen werden.

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Pestizide

Der Landeswasserversorgung ist daran gelegen, die von ihr genutzten Wasservorkommen zur Trinkwassergewinnung vor übermäßigem Pestizideinsatz zu schützen. Besonders die landwirtschaftliche Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln stellt Wasserversorger vor große Herausforderungen. Sie engagiert sich daher auf vielfältige Weise für mehr Transparenz bei der Verwendung von Pflanzenschutzmitteln in ihren Trinkwassereinzugsgebieten.

Rohwasserdatenbank Wasserversorgung Pflanzenschutzmittel (RWDB PSM)

In der Datenbank werden Informationen von Wasserversorgern zum Vorkommen von Pflanzenschutzmitteln und deren Metaboliten in den jeweiligen Rohwasservorkommen gesammelt. Daraus ergibt sich eine Übersicht über den qualitativen Zustand der betrachteten Rohwässer hinsichtlich der erfassten Parameter. Kommt es zu Auffälligkeiten, können gezielt Maßnahmen zur regionalen Verbesserung in die Wege geleitet werden.

Verantwortlich für den Betrieb der Rohwasserdatenbank und die Auswertung der Daten ist ein Beirat, der sich aus Vertretern der Wasserwirtschaft (BDEW, DVGW, Wasserversorgungsunternehmen) und der Pflanzenschutzmittelhersteller zusammensetzt. Ihm obliegt die Verabschiedung der jeweiligen Schutzkonzepte, die von den betroffenen Wasserversorgern, den Pflanzenschutzmittelherstellern und der Landwirtschaft entwickelt und umgesetzt werden.

Broschüre "Pflanzenschutzmittel kompakt" (nicht barrierefrei)

Link zur Rohwasserdatenbank

Freier Zugang zu Umweltinformationen

Im Mai 2021 hatte der Verwaltungsgerichtshof Mannheim geurteilt, dass innerhalb der EU grundsätzlich das Recht auf freien Zugang zu Umweltinformationen besteht. Dies gilt auch für die Herausgabe von Daten zum Spritzmittelgebrauch in der Landwirtschaft. Damit werden die Interessen der Bürger*innen zum Schutz ihrer Trinkwasserversorgung deutlich gestärkt.

Vorausgegangen waren Klagen der Landeswasserversorgung und des NABU Baden-Württemberg gegen das Land Baden-Württemberg. Im Zuge des ergangenen Urteils müssen die Landwirte in den 800 Quadratkilometer großen Wasserschutzgebieten der Landeswasserversorgung im Alb-Donau-Kreis und in den Landkreisen Heidenheim und Aalen zukünftig Angaben zu den auf den Wiesen und Feldern ausgebrachten Spritzmitteln machen und diese über die Landesbehörden dem Wasserversorgungsunternehmen zur Verfügung stellen.

Damit haben nun auch andere Wasserversorgungsunternehmen in ganz Deutschland die Möglichkeit, die entsprechenden Daten vom Land einzufordern, um eventuelle Spritzmitteleinträge in das Grundwasser rascher erkennen und bei Bedarf die notwendigen Gegenmaßnahmen ergreifen zu können.

Link zum Urteil

Glyphosat & mehr

Das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat darf gemäß der "Fünften Verordnung zur Änderung der Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung" vom 08. September 2021 in Wasserschutzgebieten nicht mehr zur Anwendung kommen. Das Verbot gilt auch für den Privatbereich. Details zur Einschränkung des Einsatzes von Glyphosat können in der „Fünften Verordnung zur Änderung der Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung" nachgelesen werden.

Fünfte Verordnung zur Änderung der Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung

LW-Positionspapier zu Glyphosat (barrierefrei)

Verbot von Glyphosat in Wasserschutzgebieten

Das Spezialherbizid DUAL GOLD® sollte nicht in grundwassersensiblen Gebieten ausgebracht werden. Über karstgründige Böden, wie sie im württembergischen Donauried zu finden sind, können Pflanzenschutzmittel besonders schnell ins Grundwasser gelangen.

Produktinfo zum Herbizid DUAL GOLD® (nicht barrierefrei)

Weiterführende Informationen zum Thema
„Unerwünschte Stoffe in den Wasservorkommen”

Übersicht themenbezogener Projekte der Landeswasserversorgung (barrierefrei)

"Wasserversorger warnen: Unser Trinkwasser ist in Gefahr"
Ein Beitrag aus der Sendung "SWR2 Impuls" vom 11.01.2021