Die Qualität des Trinkwassers

Trinkwasserqualität und Grundwasserschutz sind zwei Seiten der gleichen Medaille. Nur ein vorausschauender, sorgfältiger Schutz der Gewässer garantiert eine hohe, gleichbleibende Qualität des Trinkwassers.

Trinkwasserqualität auf
höchstem Niveau

Die Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser unterliegt den sehr strengen Bestimmungen der deutschen Trinkwasserverordnung. Im Rahmen der Trinkwasseranalyse werden mehr als 100 Einzelparameter untersucht.

Zusätzlich zur Standardanalytik der Trinkwasserversorgung steht im Betriebs- und Forschungslabor der LW für die Spurenstoffanalytik eine Vielzahl aufwendiger und komplexer chemisch-physikalischer und mikrobiologischer Verfahren zur Verfügung. Massenspektrometrische Analyseverfahren und biologische Testsysteme mit Hilfe von Leuchtbakterien, Enzymen oder gentechnisch modifizierten Hefezellen spiegeln den neuesten Entwicklungsstand wider.

Die Qualitätssicherung der Landeswasserversorgung beinhaltet rund 400 000 Einzelanalysen jährlich, eine Vielzahl von Online-Messungen im gesamten Versorgungsnetz und ein umfangreiches Sicherheitskonzept. Rund 40 hochqualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im LW-Betriebs- und Forschungslabor stehen für diese Aufgaben bereit. Sie arbeiten zudem an weiteren Verfahrensentwicklungen im Rahmen verschiedener Forschungsprojekte.

LW-Betriebs- und Forschungslabor
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Trinkwasseranalyse kurzgefasst - Jahresmittelwerte 2016

Parameter Dimension Grenzwert nach
Trinkwasserverordnung
VB 1 VB 2 VB 3
pH-Wert - ≥ 6,5 und ≤ 9,5 7,51
bei 11,3 °C
7,41
bei 10,5 °C
8,02
bei 9,0 °C
Calcium mg/L - 73 79 48
Chlorid mg/L 250 30,7 20,3 7,5
Eisen mg/L 0,200 < 0,01 < 0,01 0,009
Magnesium mg/L - 10,5 8,1 8,1
Natrium mg/L 200 10,5 6,4 5,4
Sulfat mg/L 250 26,3 13,2 34,0
Blei mg/L 0,010 < 0,001 < 0,001 < 0,0005
Fluorid mg/L 1,5 0,05 0,05 0,08
Nitrat mg/L 50 21,8 30,2 4,2
Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe mg/L 0,00010 < 0,0001 < 0,0001 < 0,0001
Pflanzenschutzmittel und Biozidprodukte mg/L 0,00010 < 0,00005 < 0,00005 < 0,00005
Summe Einzelsubstanzen mg/L 0,00050 < 0,0001 < 0,0001 < 0,0001
Carbonathärte °dH - 9,4 10,3 7,2
Gesamthärte °dH - 12,7 13,1 9,0
Summe Erdalkalien mol/m³ - 2,26 2,33 1,61
Härtebereich - - mittel mittel mittel

Bei den Werten handelt es sich um die für das Trinkwasser der Landeswasserversorgung  Unter Umständen nutzt Ihre Stadt oder Gemeinde eigene Trinkwasservorkommen und mischt das Eigenwasser mit dem Trinkwasser der LW. Die aktuelle Trinkwasseranalyse für Ihren Wohnort erhalten Sie bei Ihrer Stadt- oder Gemeindeverwaltung bzw. bei den zuständigen Stadtwerken.

Trinkwasser – wegen der
aufwändigen und regelmäßigen
Untersuchungen ist es eines
der am besten kontrollierten
Lebensmittel

Trinkwasseranalyse

Wenn Sie sich für die aktuelle, vollständige Analyse des LW-Trinkwassers interessieren, können Sie diese hier ansehen oder herunterladen. Die verschiedenen Versorgungsbereiche (VB1, VB2, VB3) sind farblich gekennzeichnet.

Die analysierten Messwerte ändern sich von Jahr zu Jahr in der Regel nur geringfügig.

pdf-Datei

Medikamente, Pflanzenschutzmittel und Lösungsmittel – geringste Spuren dieser Stoffe und ihrer Abbauprodukte finden sich heute bereits in vielen Wasservorkommen.

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LW-Positionspapier zu Glyphosat

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Wasserschutzgebiete – der Schlüssel zum Erfolg

Zum Schutz der Grundwasservorkommen werden die Einzugsgebiete der Fassungsanlagen als Wasserschutzgebiete ausgewiesen. Dabei werden die Schutzgebiete in drei Zonen unterteilt. Die weitere Schutzzone soll das gesamte Einzugsgebiet der Trinkwasserbrunnen erfassen. Vom Rand der engeren Schutzzone soll die Fließzeit zu den Brunnen mindestens 50 Tage betragen. Der Fassungsbereich begrenzt das direkte Umfeld der Gewinnungsanlagen.

Für die einzelnen Schutzzonenbereiche gelten unterschiedliche rechtliche Auflagen hinsichtlich der baulichen, landwirtschaftlichen und sonstigen Nutzung. Während in der weiteren Wasserschutzzone die meisten Nutzungen mit gewissen Einschränkungen möglich sind, ist in der engeren Schutzzone beispielsweise eine Bebauung nicht gestattet. Die landwirtschaftliche Bodennutzung ist hier nur mit strengen

Auflagen erlaubt. In der Regel ist jegliche Nutzung des Fassungsbereiches ausgeschlossen. Zur Kontrolle der verschiedenen Auflagen werden die Wasserschutzgebiete regelmäßig überwacht.

Aufgrund der besonderen geologischen Verhältnisse im Gebiet der Schwäbischen Alb, des stark verkarsteten Untergrundes und der daraus resultierenden zeit- und bereichsweise sehr hohen Fließgeschwindigkeiten, sind weite Bereiche der Hochfläche der Schwäbischen Alb als Wasserschutzgebiet ausgewiesen. Die Schutzgebiete für die Gewinnungsanlagen der Landeswasserversorgung, die Wasserwerke bei Langenau, bei Dischingen und bei Burgberg, gehören mit einer Gesamtfläche von rund 800 Quadratkilometern zu den größten zusammenhängenden Wasserschutzgebieten in der Bundesrepublik Deutschland.

Grundwasser – ein Schatz
will gehütet sein

Bitte helfen Sie mit, unser Trinkwasser zu schützen! Jeder von uns kann seinen Beitrag leisten, damit Trinkwasser bester Qualität uns und auch künftigen Generationen in ausreichender Menge zur Verfügung steht.

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Nicht nur das Wasser wird in Wasserschutzgebieten geschont. Sie stellen häufig auch Rückzugsräume für selten gewordene Tierarten dar. Hier können zum Beispiel Eisvögel, Molche, Störche und andere bedrohte Vogelarten ungestört leben.

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Nitrateintrag ins Grundwasser

Sorge bereitet der Landeswasserversorgung die im Wasserschutzgebiet „Donauried-Hürbe“ anhaltend hohen bzw. weiter ansteigenden Nitratwerte im Grundwasser. Wesentlicher Grund dafür ist die intensive landwirtschaftliche Nutzung der Flächen mit ihrem hohen Einsatz an Dünge- und Pflanzenschutzmitteln. Eine der negativen Folgen ist, dass der im Boden versickernde Niederschlag einen Teil des Nitrats in tiefere Bodenschichten verlagert und in das Grundwasser auswäscht.

Die LW ist zu diesem Thema bereits seit mehr als 30 Jahren in einem intensiven Dialog mit der Landwirtschaft. Im Frühjahr 2015 wurde eine Vereinbarung zwischen dem Land Baden-Württemberg und der Landeswasserversorgung geschlossen. Sie sieht Maßnahmen vor, um den Stickstoffüberschuss auf den landwirtschaftlichen Flächen im LW-Wasserschutzgebiet zu spürbar reduzieren. In 15 Jahren soll so die Nitratkonzentration der Fassungen 1, 3, 5 und 6 auf 30 Milligramm je Liter abgesenkt werden.

Ihr Ansprechpartner

Rainer Scheck
Wasserwirtschaft
Telefon 0711 2175-1311
E-Mail scheck.r@remove-this.lw-online.de

Die Landwirtschaft ist im LW-Wasserschutzgebiet „Donauried-Hürbe“ für rund 85 Prozent des Nitrateintrages in das Grundwasser verantwortlich.

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