Die Landeswasserversorgung war immer schon bestrebt, dem steigenden Wasserbedarf durch den frühzeitigen Ausbau der Fassungsanlagen zu entsprechen. Die Entwicklung der Wasserabgabe ließ sehr früh den Zeitpunkt erkennen, zu dem das Grundwasservorkommen im Donauried allein den wachsenden Ansprüchen der Abnehmer nicht mehr gerecht werden konnte.

In weiser Voraussicht hatte die Landeswasserversorgung schon im Jahr 1929 eine große Karstquelle, die Buchbrunnenquelle, im Egautal bei Dischingen auf der östlichen Schwäbischen Alb erworben. Die Schüttung der Buchbrunnenquelle liegt zwischen 600 und 1.400 Litern pro Sekunde und bildet den Hauptzufluss des bei Neresheim entspringenden Flüsschens Egau.
Das Schüttungsverhältnis der Buchbrunnenquelle, das Verhältnis von minimalem zu maximalem Abfluss, liegt bei ca. 1 : 2 und ist beispielsweise im Vergleich zu dem des Blautopfes bei Blaubeuren von 1 : 70 sehr ausgeglichen. Dies ist für die Nutzung der Quelle zur Trinkwasserversorgung außerordentlich günstig. Zum einen ist damit die für eine sichere Trinkwasserversorgung erforderliche Mindestentnahmemenge jederzeit gewährleistet. Zum anderen bewegen sich die Qualitätsveränderungen des Karstgrundwassers als Folge davon in sehr engen Grenzen. Nur nach lang anhaltend starken Niederschlägen und während der Schneeschmelze kommt es zu mineralischen Trübungen des Quellwassers.
Nach umfangreichen Erkundungsmaßnahmen beschloss die Landeswasserversorgung im Jahr 1952, die Buchbrunnenquelle für die öffentliche Trinkwasserversorgung zu nutzen. Auf der Grundlage eines Staatsvertrages zwischen Baden-Württemberg und Bayern wurde das Entnahmerecht abhängig von der Egauwasserführung mit bis zu 800 Litern pro Sekunde festgelegt. Das Egauwasserwerk ging nach einer Bauzeit von vier Jahren im Jahr 1957 in Betrieb.
