Mit 217 Vertikalfilterbrunnen in sechs Fassungsanlagen und einer Spitzenentnahme von 2.500 Litern pro Sekunde bzw. einer maximalen jährlichen Entnahmemenge von 52 Mio. Kubikmetern stellen die Wassergewinnungsanlagen im Donauried bis heute das wichtigste Standbein für die Versorgung der Verbandsmitglieder der Landeswasserversorgung mit Trinkwasser dar. Die zentrale Verteilung und Aufbereitung erfolgen im Wasserwerk Langenau.
Der auf der Schwäbischen Alb versickernde Niederschlag strömt in weitverzweigten unterirdischen Klüften und Spalten der 150 Millionen Jahre alten Weißjura-Formation dem Donauried nördlich von Ulm zu.

Das Grundwasservorkommen im württembergischen Donauried hat ein rund 315 Quadratkilometer großes Einzugsgebiet auf der nordwestlich des Riedes gelegenen Hochfläche der Schwäbischen Alb. Die mittlere Grundwasserneubildungsrate beträgt in diesem Gebiet 8,8 Liter pro Sekunde und Quadratkilometer. Dies ergibt einen ergiebigen Karstgrundwasserzustrom von insgesamt rund 2.770 Litern pro Sekunde oder durchschnittlich 87 Millionen Kubikmeter jährlich.
Die mittlere Fließzeit, das heißt das mittlere Alter des Karstgrundwassers im Donauried liegt bei ca. 12 Jahren. Dies erklärt die deutliche zeitliche Verzögerung des Auftretens und Abklingens von Schadstoffbelastungen an den Fassungsanlagen. Man spricht in diesem Zusammenhang vom „langen Gedächtnis” des Grundwassers.
Zur Gewährleistung einer sicheren Trinkwasserversorgung im Gebiet zwischen Blaubeuren, Oberlenningen, Kirchheim/Teck, Weilheim, Wendlingen und Altbach am Neckar wurde im Jahr 1955 der „Zweckverband Blau-Lauter-Gruppe” gegründet. Knapp 40 Jahre nach ihrer Gründung fusionierte die Blau-Lauter-Gruppe am 1. Januar 1994 mit der Landeswasserversorgung. Die drei zwischen Blaubeuren und Gerhausen gelegenen Tiefbrunnen wurden bis zum 31. Dezember 2008 von der Stadt Blaubeuren, der Albwasserversorgungsgruppe III und der Landeswasserversorgung betrieben. Nachdem die Landeswasserversorgung im Oktober 2008 ihre neue Zubringerleitung "Laichinger Alb" in Betrieb genommen hat, versorgt sie ihre Verbandsmitglieder südöstlich von Kirchheim unter Teck direkt aus dem Wasserwerk Langenau.
Bereits um das Jahr 1959 wurde deutlich, dass der rasant ansteigende Wasserbedarf in dem sich ausweitenden Versorgungsgebiet der Landeswasserversorgung trotz der vorhandenen Wassergewinnungsanlagen im Donauried und im Egautal auf Dauer nicht sicher gedeckt werden konnte. Die Erkundungen ergaben im Hürbetal bei Burgberg ein ergiebiges und für die Trinkwasserversorgung bestens geeignetes Grundwasservorkommen. In den Jahren von 1964 bis 1966 wurde das Wasserwerk Burgberg gebaut.

Aus zwei Brunnen, die rund 40 Meter tief in den Karst gebohrt wurden, werden seit dem Jahr 1967 konstant 300 Liter pro Sekunde Karstgrundwasser entnommen und in das Leitungsnetz eingespeist. Nach umfangreichen hydrogeologischen Untersuchungen besteht seit dem Jahr 1990 die Möglichkeit, in Spitzenbedarfszeiten aus den insgesamt drei Brunnen des Wasserwerkes bis zu 500 Liter pro Sekunde Karstgrundwasser zu gewinnen.
Um eine nachhaltige Bewirtschaftung der Grundwasservorräte zu gewährleisten, wird die Grundwassergewinnung aus den Fassungsbrunnen abhängig vom Grundwasserdargebot, das heißt der durch den Niederschlag zur Verfügung stehenden Grundwassermenge, gesteuert.
Die Landeswasserversorgung hat den Anspruch, bei der Grundwasserentnahme im Donauried die wasserwirtschaftlichen Belange mit den vielfältigen landwirtschaftlichen und ökologischen Interessen im Gebiet in Einklang zu bringen.
