Trinkwasserversorgung in Baden-Württemberg

Baden-Württemberg ist aufgrund der Niederschlagsverteilung und der hydrogeologischen Gegebenheiten in weiten Landesteilen ein wasserarmes Land. Beispiele sind die Hochfläche der Schwäbischen Alb, auf der der Niederschlag rasch in große Tiefen versickert, der nordöstliche Landesteil und der mittlere Neckarraum. Den wasserarmen Gebieten stehen die so genannten Wasserüberschussgebiete, insbesondere am Bodensee, im Rhein-, Iller- und Donautal gegenüber.

 

Trinkwasser - ein guter Schluck Natur
Bildbeschreibung: LW-Trinkglas, in einem Bachlauf stehend
Wassermangel auf der Schwäbischen Alb
Bildbeschreibung: Das Bild zeigt eine karge Alblandschaft, hügelig und spärlich mit Büschen bewachsen. Im Vordergrund steht das Kalkgestein bis zur Bodenoberfläche an.
Wasserüberschuss an der Donau
Bildbeschreibung: Stimmungsvolle Ansicht der Donau bei Ulm: Die Ufer sind üppig mit Bäumen, Büschen und Gräsern bewachsen. Die Bäume spiegeln sich in der ruhigen Wasseroberfläche.

Ausgleich durch Überleitung von Trinkwasser

Bereits um die Wende vom 19. in das 20. Jahrhundert war zu erkennen, dass bei einer fortschreitenden Industrialisierung und der damit verbundenen rasant anwachsenden Bevölkerung im mittleren Neckarraum die örtlichen Wasservorkommen, vor allem in der Residenzstadt Stuttgart und in den Gemeinden im Fils- und im Remstal, mittelfristig nicht mehr ausreichen würden, den rasch steigenden Wasserbedarf zu decken.

Da die betroffenen Gemeinden das Problem der Wasserknappheit nicht aus eigener Kraft lösen konnten, ersuchten sie den Staat um Hilfe. Ein für die damalige Zeit außerordentlich weitsichtiger Plan wurde entwickelt. Er sah vor, Trinkwasser über eine Fernleitung aus dem Donautal bei Ulm in den mittleren Neckarraum zu leiten. Damit war der Grundstein für das erste Fernwasserversorgungsunternehmen in Deutschland, die Landeswasserversorgung, gelegt.

Wasserüberschuss- und Wassermangelgebiete in Baden-Württemberg
Bildbeschreibung: Karte von Baden-Württemberg. Die Landesfläche ist unterteilt in Wasserüberschuss-, wasserarme und Wassermangelgebiete.

Trinkwasserversorgung heute

Bildbeschreibung: Eine junge Frau erhebt ein Glas Wasser und lädt zum Trinken ein.

Heute gründet sich die Trinkwasserversorgung in Baden-Württemberg auf drei Versorgungsebenen, die kommunale Trinkwasserversorgung der Städte und Gemeinden, die Gruppenwasserversorgungen als Zusammenschluss mehrerer Gemeinden und die überregionalen Fernwasserversorgungen. Diese Struktur hat sich über viele Jahrzehnte hinweg bestens bewährt und ist die Grundlage für die hohe Versorgungssicherheit im Land. Neben der Landeswasserversorgung, die den mittleren Neckarraum und den Nordosten von Baden-Württemberg mit Trinkwasser versorgt, seien als weitere Fernwasserversorgungsunternehmen die Bodensee-Wasserversorgung, der Zweckverband Wasserversorgung Nordostwürttemberg und der Zweckverband Wasserversorgung Kleine Kinzig genannt.

 

Fernwasserversorgung in Baden-Württemberg
Bildbeschreibung: Karte von Baden-Württemberg mit den vier großen Fernwasserversorgungen LW (Landeswasserversorgung), BWV (Bodensee-Wasserversorgung), NOW (Wasserversorgung Nordostwürttemberg) und WKK (Wasserversorgung Kleine Kinzig)